Mehr Sicherheit durch Antigen-Schnelltests

Der Medizinische Dienst Nordrhein wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW mit der Schulung für die Durchführung der Antigen-Schnelltests beauftragt. Im November und Dezember 2020 konnten so zahlreiche stationäre und ambulante Pflegedienste den richtigen Umgang mit Antigen-Schnelltests erlernen. Die Schulungen wurden am 11. Dezember abgeschlossen und finden aktuell nicht mehr statt. Auf dieser Seite finden Sie ein Lehrvideo und Anleitungen zur Durchführung des Tests sowie Antworten auf häufige Fragen rund um den Antigen-Schnelltest.

Lehrfilm

Medizinischer Dienst Nordrhein Antigen-Schnelltest

Dr. Petra Lohnstein ist Hals-Nasen-Ohren-Ärztin und leitet beim Medizinischen Dienst Nordrhein den Verbund Ost. In diesem Video zeigt sie, wie ein SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest durchgeführt wird.

Checklisten zur Durchführung des Tests

  • mindestens FFP2-Maske (Sie arbeiten mit potenziell infektiösem Material.)
  • vorn geschlossener Kittel
  • Handschuhe
  • Schutzbrille oder Visier
  • Händedesinfektion

Wichtig:
Wechsel der Handschuhe und Händedesinfektion nach jedem Test!
Wechsel des Kittels/der Maske bei Durchfeuchtung (z. B. nach Anhusten oder Anniesen)

Weitere Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung finden Sie auf den Seiten des RKI:
 

Bitte beachten Sie auch gegebenenfalls eintretende Änderungen der Empfehlungen!

 

  • abgetrennter Raum ohne Publikumsverkehr etc.
  • Testkit
  • persönliche Schutzausrüstung (s. Checkliste)
  • Flächendesinfektion
  • Stuhl mit Lehne für die Testperson
  • Ablagetisch
  • Dokumentationsunterlagen für die ggf. weitere Übermittlung eines positiven Tests an das Gesundheitsamt und für die Statistik

  1. Gebrauchsanleitung des Tests aufmerksam lesen
  2. Alle notwendigen Materialien bereitstellen (s. Checklisten und Video)
  3. Persönliche Schutzausrüstung anlegen
  4. Testperson in den Testraum bitten und Daten aufnehmen
  5. Testperson auf Stuhl mit Lehne platzieren, Testperson nimmt den Mund-Nasen-Schutz ab
  6. Teststäbchen, Testlösung und Test erst kurz vor der Testung öffnen
  7. Abstrichentnahme im Nasenrachen oder im Mundrachen, je nach Vorgabe der Packungsbeilage!
  8. Weitere Verarbeitung des Tupfers je nach Packungsbeilage
  9. Nach dem Test: Testperson legt den Mund-Nasen-Schutz sofort wieder an
  10. Tester wechselt die Handschuhe und führt eine Händedesinfektion durch, Kittel- und Maskenwechsel ist bei Durchfeuchtung erforderlich
  11. Die vom Hersteller angegebene Ablesezeit darf nicht überschritten werden, ansonsten wird der Test ungültig
  12. Ablesen des Tests: die Kontrolllinie muss immer im Test sichtbar sein, ansonsten ist der Test ungültig
  13. Auch eine nur blasse Linie in der Testlinie gilt als positiv

 

  • Teststäbchen immer vorsichtig und horizontal in die Nase im unteren Nasengang einführen (parallel zum Gaumen), dabei schaut die Testperson nach vorn. Das Teststäbchen liegt leicht in der Hand, damit Sie bei einer plötzlichen Kopfbewegung die Testperson nicht verletzen.
  • Sie müssen eine gewisse Strecke überwinden, bis Sie zum Nasenrachen kommen, dort spüren sie einen leichten Widerstand. Wenn Sie bereits in der vorderen oder mittleren Nase das Teststäbchen nicht leicht vorschieben können, probieren Sie die andere Seite aus. Niemals mit Gewalt!
  • Falls es zu Nasenbluten kommt (insbesondere bei Menschen, die eine Blutverdünnung wie Marcumar oder Aspirin einnehmen): die Testperson soll die Nasenflügel fest zusammendrücken und den Kopf nach vorn neigen. Kühlpack in den Nacken. Falls die Blutung nicht stoppt wählen Sie den Notruf.
  • Nehmen Sie einen Abstrich im Mundrachen nur, wenn dies ausdrücklich laut Packungsbeilage zulässig ist.

Für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen wird die fachgerechte Entsorgung in der sogenannten Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes der Bund-/Länder Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) geregelt.

Die Kennung AS 180103* betrifft Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden.

Häufige Fragen und Antworten zum Antigen-Schnelltest

Im Vergleich zum PCR-Test weisen die sogenannten SARS-CoV-2-Point-of-Care (POC)-Antigentests das Virus mit einer geringeren Empfindlichkeit nach. Der Vorteil der Antigen-Schnelltests besteht jedoch darin, dass sie einfacher und ohne komplexe Infrastruktur sowie wesentlich schneller Ergebnisse liefern, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut. Weitere Informationen finden Sie hier.


Auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) finden Sie ebenfalls Informationen zu den Antigen-Tests.

Als Einrichtung sind Sie für die Beschaffung und Nutzung der PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) verantwortlich. Das heißt, Sie können nur auf eigene Rechnung bestellen.

Die Kosten sind im Rahmen des Schutzschirms nach § 150 SGB XI als pandemiebedingte Sachkostenerstattung geltend zu machen. Die Abrechnung erfolgt schließlich über die Ihnen bekannte und für Sie vertragsrechtlich federführende Kasse. Entsprechende Formulare finden Sie auf den Seiten der Kassen.

Beachten Sie, dass Sie als Pflegeeinrichtung vorab die in der Testverordnung festgelegten Anforderungen erfüllen und das Testkonzept bei der zuständigen Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Land einreichen müssen (s. Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen).

Hier finden Sie die Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes zum Ausgleich der anfallenden außerordentlichen Aufwendungen.

Hier finden Sie das Antragsformular für eine Kostenerstattung sowie eine Ausfüllanleitung.

Das Testkonzept sieht monatlich eine bestimmte Menge an Schnelltests vor. Für stationäre Einrichtungen beträgt die maximale Bestellmenge pro gemeldeten Bewohner oder Tagesgast 20 Antigen-Tests je Monat. Für ambulante Dienste, inklusive der nach Landesrecht für die Leistungserbringung  nach § 45a zugelassenen, beträgt die maximale Bestellmenge pro versorgter Person 10 Antigen-Tests je Monat.

Das Vorgehen bei positivem Testergebnis ist geregelt unter Punkt 2. in der Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Meldeformulare finden Sie bei den zuständigen Gesundheitsämtern beziehungsweise dem Landeszentrum Gesundheit NRW.

Beachten Sie hierbei, dass Sie zunächst herausfinden müssen, welches Gesundheitsamt für den jeweils positiv Getesteten zuständig ist. Eine komfortable Suche nach Postleitzahlen finden Sie hier auf der Seite des Robert Koch-Instituts.

Sie melden an das Landeszentrum Gesundheit NRW wöchentlich die Anzahl der durchgeführten Tests und positiven Ergebnisse – unterschieden nach den Kategorien Behandelte/Betreute, Personal und Besucher. Auskunft erteilt die Pressestelle des Landeszentrums Gesundheit NRW (pressestelle@lzg.nrw.de).

Ambulante Pflegedienste, die in anbieterverantworteten Wohngemeinschaften tätig werden, testen Beschäftigte, Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaft sowie deren Besucherinnen und Besucher. Alle anderen ambulanten Dienste testen ihre Beschäftigten, nicht aber ihre Kunden. Eine Auflistung hierzu finden Sie in der Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Teilnahme am Schnelltest ist freiwillig. Weigert sich jemand, den Test durchführen zu lassen, kann dies für diese Person bestimmte Konsequenzen haben – etwa ein Besuchsverbot oder bei Angestellten arbeitsrechtliche Konsequenzen.