Mit mehr Sicherheit zu weniger Behandlungsfehlern

Medizinischer Dienst Nordrhein veröffentlicht Jahresstatistik 2021 zu Behandlungsfehlern.

Im Jahr 2021 prüfte der Medizinische Dienst Nordrhein insgesamt 1.287 Vorwürfe zu Behandlungsfehler – in 22,3 Prozent der Fälle bestätigte sich der Verdacht. Hier war laut Gutachten der Behandlungsfehler auch Ursache für den Schaden. In 77,7 Prozent der Gutachten konnte dieser Verdacht dagegen nicht bestätigt werden. Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler prüfen die spezialisierten Gutachterteams des Medizinischen Dienstes Nordrhein, ob die Behandlung nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführt worden ist.

Die meisten Vorwürfe betrafen die chirurgischen Fachgebiete Orthopädie und Unfallchirurgie (393) gefolgt von Zahnmedizin (117) und Frauenheilkunde und Geburtsmedizin (108). Die Zahlen zeigen jedoch nur einen kleinen Ausschnitt an Behandlungsfehlern. Zahlreiche Fälle bleiben unbekannt. Zum einen werden sie in Deutschland nicht zentral erfasst; zum anderen werden sie von betroffenen Patientinnen und Patienten nicht als Fehler erkannt und deshalb auch nicht vorgeworfen.

Im Interesse der Patientinnen und Patienten plädieren die Medizinischen Dienste seit Jahren für eine neue Sicherheitskultur, bei der Behandlungsfehler konsequent offengelegt, systematisch erfasst und ausgewertet werden. Viele Fehler könnten mit Sicherheitsmaßnahmen verhindert werden. Das gilt vor allem für die sogenannten Never Events. Das sind Fehler, die meistens schwere Folgen haben, aber einfach zu vermeiden wären wie zum Beispiel Seitenverwechslungen bei Operationen. Markierungen oder Checklisten könnten dies verhindern, werden aber nicht immer genutzt.

Hintergrund
Bundesweit wurden 2021 von der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste 13.050 Gutachten zu Behandlungsfehlervorwürfen verfasst. Es handelt sich um den umfangreichsten Datensatz zu Behandlungsfehlern in Deutschland. Die Gutachten werden interessensneutral erstellt und sind für gesetzlich Versicherte kostenfrei. Erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten ist die Krankenkasse, da diese den Medizinischen Dienst zur Begutachtung eines Behandlungsfehlervorwurfs beauftragt.

Hier können Sie die Presseinformation als pdf herunterladen

Häufige Fragen und Antworten

Grafik Behandlungsfehler 2021

Weitere Grafiken zum Thema Behandlungsfehler finden Sie auf der Seite "Zahlen, Daten, Fakten".

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Kontakt

Dr. Barbara Marnach
Pressesprecherin des Medizinischen Dienstes Nordrhein

Medizinischer Dienst Nordrhein
Berliner Allee 52
40212 Düsseldorf

Telefon:0211 1382-196

E-Mail:b.marnach(at)md-nordrhein.de